Mittwoch, 29. April 2015

[Rezension] Die schwarze Witwe

Debora Fischer | Band 1 von 3 | Verlag 3.0 | 14,50€ (broschiert) / 4,99€ ebook | Mai 2013 | 330 Seiten | Meine Wertung: 3/5

In einer Welt, in der nichts so ist wie es scheint, lebt die sechzehnjährige Witch. Sie fühlt sich seit jeher als Außenseiterin und versteckt ihre Persönlichkeit deshalb unter einem Schleier der Introvertiertheit. Es soll sich jedoch schon bald alles ändern ...

In der Schule bemerkt Witch einen jungen Mann und sofort verspürt sie Faszination, denn er ist ihr ähnlich! So lange sucht sie schon nach jemandem von ihrer Art, wenngleich sie nicht weiß, welche Art es ist. Und nun ist er da, einfach so und von jetzt auf gleich. Schon nach kurzer Zeit verfällt sie ihm mit jeder Faser ihrer Seele, denn er bedeutet Vertrautheit. Doch als sie ihn näher kennenlernt, nimmt das Schicksal seinen Lauf und offenbart ein lang gehütetes Geheimnis ...


 
Mit der Geburt beginnt alles.
 
"Mit 16 Jahren hat es mich aus dem Traum, der sich Kindheit nannte, und ich habe erkennen müssen, dass ich allein war. Allein mit meinen Sorgen und Ängsten, und allein mit meinen Fragen. [...]
Doch Nacht für Nacht verzweifle ich in der Dunkelheit und stelle mir die alles entscheidende Frage:
Wer bin ich?"
(Seite 8)

Der Prolog hat mich wirklich umgehauen, der Schreibstil dort ist super schön und genau so, wie ich es mag.
Also las ich gespannt weiter und lernte Witch kennen, ein Mädchen mit blutrotem Haar und tiefblauen Augen, die nicht in ihre "Blondes Haar, grüne Augen"-Familie zu passen scheint. Innerlich weiß Witch wohl schon, dass etwas anderes mit ihr sein muss, doch habe ich mich sehr gewundert, dass sie 16 Jahre braucht, um das zu erkennen und hinterfragen.

Ebenfalls war ich sehr überrascht, als auf einmal von Hexen, Zwergen, Magie und das manche Familien von Tieren abstammen etc. geredet wurde. Ich hatte erwartet, dass das Buch in der "gewöhnlichen" Welt spielt und war daher sehr verwirrt, was die äußeren Umstände angeht. Leider lassen da die Hintergrundinformationen zu wünschen übrig, die Idee dahinter wird nicht erklärt und mir bleiben viele essentielle Fragen offen.


Jedenfalls bringt Kay, ein Junge wie Witch, Licht ins Dunkeln, klärt Witch und den Leser über ihre Art auf und sieht dabei noch so gut aus, dass Witch sich natürlich Hals über Kopf in ihn verliebt.
Dabei muss ich sagen, dass die Liebesgeschichte, auch wenn sie mir zu schnell kommt, stellenweise ganz süß ist, ich aber finde, dass Kay einige sehr verletzende und rücksichtslose Dinge tut, die Witch ihm viel zu schnell verzeiht.

Diese Eröffnung des Geheimnis bringt nicht nur Antworten auf Witchs Fragen, sondern auch Gefahr in ihr Leben. Die Idee mit den Spinnen finde ich hervorragend, auch wenn mir außer dem Schwingen an einem Faden und einem guten Gehör keine Gemeinsamkeiten aufgefallen sind und ich Spinnen nach wie vor nicht leiden kann. So erfährt man aber auch noch etwas zu den Vorfahren, den Feinden und was es mit den Schwarzen Witwen auf sich hat. Das alles hat mich brennend interessiert und besitzt noch viel Potenzial!

Zum Ende hin wird es wirklich spannend und ich hätte gut noch weiterlesen können. Zwischendurch stören mich einige Stellen, die relativ uninteressant und unwichtig für den weiteren Verlauf sind, zudem mischen sich immer mal wieder formelle und platte Dialoge zwischen die bis dahin unterhaltsame Handlung. Ein paar Dinge, deren Logik ich nicht nachvollziehen kann und das wiederholte ausführliche Beschreiben der Kleidung, die Witch sich aussucht, behindern auch den ansonsten schnellen Lesefluss.


Witch als Protagonistin ist wirklich in Ordnung. Anfangs ist sie noch naiv, aber sie entwickelt sich schließlich zu einem starken Mädchen und ist mir am Ende sehr sympathisch geworden. So ähnlich geht es mir auch mit Kay.
Kaja und ihre Mutter wollte ich vom Charakter her bereits als so absolut oberflächlich abstempeln, dass es schon an Unglaubwürdigkeit grenzt, aber einige Wendungen führen dazu, dass man Kaja noch einmal ganz neu kennenlernt, was neue Spannung aufbringt.

Auch wenn der Schreibstil nicht so wie im Prolog bleibt, mag ich ihn. Er bleibt unkompliziert und angenehm zu lesen. Von Witch kann ich mir ein gutes Bild machen und auch ihre Gefühle und Gedanken sind nachvollziehbar. Schon möglich, dass ich zu anderen Büchern der Autorin greifen würde, vor allem zu der Fortsetzung. :)

Die schwarze Witwe ist ein gelungenes Debüt, das vor allem gegen Ende aufregend wird. Trotzdem bleiben gelegentliche Spannungsflauten und vor allem die Idee mit dem Hintergrundgedanken noch ausbaufähig.
Ich vergebe gute 3 Sterne und ein großes Dankeschön an die Autorin für den lieben Kontakt! :)
 
Zum zweiten Teil kann ich nur so viel sagen, dass er wohl "Die schwarze Witwe - Verraten" heißen wird und dass es auf dem Blog der Autorin schon einen Einblick gibt.

Kommentare:

  1. klasse rezensiert :) Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, ich denke, dass ich es lesen werde :) LG Danni

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  2. Das werde ich mir, Dank deiner tollen Rezension, glatt mal auf meine Merkliste schreiben. :)
    Hört sich interessant an. :)
    GlG
    Kitty ♥

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